Beritt

Ab 2021 möchte ich mein Berittkonzept gerne neu aufstellen und im Folgenden einmal erläutern.

Ich habe in der Vergangenheit festgestellt, dass so gut wie jedes Pferd weitere Befindlichkeiten mitgebracht hat, die es neben der eigentlichen Ausbildung zu berücksichtigen galt. Dazu gehörten neben emotionalen Themen wie Ängsten und Unsicherheiten auch unpassende Ausrüstung, ungünstig zusammengestelltes Futter und physische Probleme (z.B. Husten, Blockaden und weitere Krankheiten). Da es mir eine Herzensangelegenheit ist den Pferden auch auf gesundheitlicher Ebene helfen zu können, habe ich mich in den vergangenen Jahren in diesem Bereich weitergebildet und arbeite inzwischen auch als Therapeutin.

Der Schwerpunkt umfasst dabei neben der Ernährungsberatung, die Akupunktur und die energetische Testung mit dem Tensor. Ich möchte die Pferde sowohl im Rahmen der Ausbildung, als auch auf emotionaler und körperlicher Ebene ins Gleichgewicht bringen, um somit die bestmöglichen Bedingungen für einen erfolgreichen Beritt schaffen zu können. Mein Ziel ist es ein ausgeglichenes, zufriedenes und vitales Pferd am Ende der Berittzeit an dich übergeben zu können.

Wie läuft die Ausbildung ab?

Training:

Nach einer individuellen Gewöhnungszeit beginne ich damit die Pferde besser kennenzulernen und langsam eine Verbindung aufzubauen. Dies geschieht gerne in der Freiarbeit. Die Pferde haben hier die Möglichkeit sich frei auszudrücken ohne durch einen Strick gebunden zu sein. Hier erkennt man schnell, ob das Pferd schon für die Zusammenarbeit bereit ist oder erst noch etwas Zeit braucht und überzeugt werden muss. Als nächstes werden alle Trainingsmöglichkeiten am Boden mit hinzugenommen wie Arbeit an der Hand, Longentraining, Equikinetic oder auch Arbeit am Langen Zügel, Gelassenheitstraining etc. Je nachdem, was dem Pferd gerade am besten hilft. Bei bereits gerittenen Pferden nehmen ich dann auch relativ zügig die Pferdeausbildung im Sattel in den täglichen Trainingsplan mit auf. Beim Anreiten ist es in der Regel so, dass ab dem dritten Ausbildungsmonat erste kurze Reiteinheiten eingebunden werden. Wie bei allem gilt jedoch, das Pferd bestimmt das Tempo.

Ich arbeite in der Regel 5x die Woche mit dem Pferd. Dabei kann es sein, dass nach einer Behandlung eine kleine Pause von 1-2 Tagen notwendig ist, wodurch es dann eine Wocheneinheit weniger wäre. Eine Einheit kann 20 -60 Minuten betragen. Bei Jungpferden oder auch in Situationen, wo ein Pferd wirklich viel an neuem Input bekommt, bin ich von kurzen Einheiten überzeugt. Die Pferde lernen so unglaublich schnell und schenken einem oft die nächsten Schritte. Wichtig ist, dass die Einheit nicht erst mit Betreten des Reitplatzes beginnt, sondern bereits beim Putzen, Führen etc. Schließlich möchten wir einen verlässlichen Partner haben, der auch im Alltag leicht zu händeln ist. Denn ich finde solche Dinge wie z.B. ruhiges Stehen, einsprühen mit Spray und sich abspritzen lassen gehören zum Basisprogramm. Bis zu zweimal pro Woche können die Beritteinheiten durch Unterrichtseinheiten mit dem Besitzer ersetzt werden.

Gesundheit:

Wenn das Pferd in Ruhe angekommen ist, wird eine umfassende Bestandsaufnahme mit großem Gesundheitscheck und erster Behandlung vorgenommen. Hierzu zählt zum einen die Überprüfung der Ausrüstung sowie des Futters. In den meisten Fällen wird eine Anpassung des Futters empfohlen, da die wenigsten Pferde tatsächlich ausreichend mit Spurenelementen u.ä. versorgt sind

Zusätzlich untersuche ich das Pferd auf Basis der Grundlagen der chinesischen Medizin (Akupunktur), der Osteopunktur (Osteopathie in Verbindung mit Akupunktur) und führe energetische Testungen durch. Hierdurch erhalte ich einen Gesamteindruck über die Vitalität des Pferdes, erkenne Schwachstellen und kann damit beginnen das Pferd körperlich und emotional wieder in Balance bringen. Hierzu wird auch eine individuelle Bachblütenmischung für das Pferd zusammengestellt. Je nach Bedarf werden weitere Folgebehandlungen durchgeführt. Diese können je nach Notwendigkeit wiederholt werden und ersetzen dann einfach jeweils eine Trainingseinheit.

 

Wie wohnt mein Pferd in Anika´s Pferdeakademie?

Wir haben drei Paddockboxen, die zum Teil direkt an den Bereich der Pensionspferdeherde angrenzen. In einem Paddock ist sogar das Fressen über eine gemeinsamen Heuraufe mit der Herde möglich. Die Paddocks an den Boxen sind sehr großzügig angelegt und verfügen über rund 40-80m². Je nach Verträglichkeit erhält das Pferd Heu zur freien Verfügung oder rationierte Portionen. Zusätzlich steht ein Paddock und kleine Weiden zur Verfügung, wo die Berittpferde nach Möglichkeit gemeinsam den Tag oder auf Wunsch auch die Nacht verbringen.

Bei der Anlage des Berittpferdebereiches wurde sehr darauf geachtet, den Pferden möglichst viel Kontakt zu der Herde zu ermöglichen. Wenn mehrere Berittpferde zur gleichen Zeit vor Ort sind, hat es bisher immer gut geklappt diese zu vergesellschaften. Es kann jedoch auch mal sein, dass für eine Übergangszeit nur ein Berittpferd da ist. Hier wird dann geschaut, den Kontakt mit der Herde so nah wie möglich zu gestalten.

Das Mineralfutter besorgt der Besitzer selber und wird je nach Bedarf individuell gefüttert. ]

"Dein Liebling verdient nur das Beste und soll sich rundum wohlfühlen."

 

Was kostet die Pferdeausbildung?

  • 1. - 4. Monat: 900 €

Plus einmalig der große Gesundheitscheck: 150 € (siehe Erläuterungen Behandlung)

In dem monatlichen Berittpreisen sind folgende Leistungen inklusive:

· Trainings- bzw. Behandlungseinheiten von in der Regel 5x die Woche (siehe Erläuterungen Training)

· Vorstellung beim Schmied oder Tierarzt

· Pension (Heu, Misten, raus- und reinbringen, etc.)

· Medikamentengabe

· Fütterung mit Kraftfutter (besorgt der Besitzer selber)

  • ab dem 5. Monat: 850 €
  • Angebot: Zusätzlich biete ich den Berittpferdebesitzern gerne an, Unterricht auf meinem Friesenprofessor zu nehmen. Er beherrscht u.a. alle Seitengänge, Piaffe, Passage, Pirouette, Spanischer Schritt u.vm. und ist ein ruhiger und zuverlässiger Lehrer, der jedoch auch gerne alle kleinen Sitzfehler und Schiefen beim Reiter ans Tageslicht bringt.

 

Was ist mir sonst noch wichtig bzw. was ist im Vergleich zu manch anderen Berittställen anders?

Thema Galopp:

Mir ist es extrem wichtig die Pferde langsam, dafür aber nachhaltig aufzubauen. Dies beinhaltet den Verzicht auf Zwangsmittel wie Hilfszügel und bedeutet auch, dass ich die Pferde nicht innerhalb der ersten Wochen nach dem Anreiten in allen drei Gangarten über den Platz jage.

Talentierte Pferde können vielleicht ab etwa dem 4. Monat unter dem Sattel langsam in ersten Galoppsprüngen geschult werden, bei anderen dauert es gerne bis zu 6 Monate bevor ich damit beginne.

Der Hintergrund hierfür ist ganz simpel. Ein junges Pferd sollte erstmal lernen sich wirklich stabil auszubalancieren und dafür muss erstmal mit der Geraderichtung begonnen werden. Die natürliche Schiefe des Pferdes ist eines der größten Herausforderungen, womit die jungen Pferde zu Beginn der Ausbildung zu kämpfen haben. Der Prozess des Geraderichtens zieht sich natürlich über Jahre hin und begleitet Pferd und Reiter somit fortwährend in der Ausbildung. Wenn ich nun zu früh anfange den Galopp zu verlangen, bekommt das Pferd Angst, da es das Gefühl hat umzufallen oder die nächste Kurve nicht zu schaffen. Im schlimmsten Fall verliert es dazu das Vertrauen in den Reiter und man wird um einige Lernerfolge wieder zurückgeworfen. Ganz nach dem Motto „aus der Ruhe in die Ruhe“ (Zitat aus der Fürstlichen Hofreitschule Bückeburg) werden erste Galoppsprünge aus dem Schritt entwickelt und werden somit nicht zu einem Erlebnis, wo das Pferd durch langes Rennen im Trab irgendwann in den Galopp fällt. Dies wird auch der Besitzer und somit zukünftiger Reiter sehr zu schätzen wissen. Oft ist das Thema Galopp ja auch mit einigen Ängsten vor der „schnellen“ Gangart behaftet. Nach dieser Vorgehensweise braucht er sich nun nicht mehr zu fürchten, da sein Pferd gelernt hat bereits etwas gesetzt und in Balance anzuspringen ohne sich über das Tempo in den Galopp zu werfen. Das heißt der Idealfall sähe so aus, dass man das Pferd erst antrabt, wenn es die Seitengänge (Schulterherein, Travers) auf beiden Händen sicher beherrscht. Und der Galopp wird eben erst dann entwickelt, wenn dies im Trab ebenfalls der Fall ist.

"Das Schulen der Seitengänge ist das einzige effektive Mittel zur langfristigen Geraderichtung des Pferdes."